Schwangerschaftsstreifen vorbeugen: Es geht tatsächlich – und so habe ich es gemacht

Schwangerschaftsstreifen vorbeugen – Erfahrungsbericht
Credit: iStock/South_agency

Du musst keine Schwangerschaftsstreifen bekommen. Auch nicht mit „schlechten Genen“. Ich verrate dir, wie ich es gemacht habe.

Ich weiß, dass dieses Thema polarisiert. Es gibt die Fraktion: „Wenn du nur dieses oder jenes Öl verwendest, bekommst du niemals Dehnungsstreifen“ und es gibt die, die sagen: „Das ist alles eine Frage der Gene. Da kann man leider nichts machen“. Nach den Erfahrungen, die ich gemacht habe und meinen Gesprächen mit den Hautärztinnen, glaube ich, beides stimmt nicht. Und: Es gibt eine Lösung, die ich hier samt meiner Erfahrung mit dir teile.

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Isabel Kloiber
Isabel Kloiber

Hi, ich bin Isabel, Beauty-Journalistin (ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht) und nehme dich hier in meine (Beauty-) Welt mit.

Mich erkennt man am Duft von Black Opium und einem chaotischen Arbeitsplatz voller Kosmetikprodukte!

Das Wichtigste in Kürze

  • Dieser Artikel ist ein persönlicher Erfahrungsbericht aus meiner Schwangerschaft
  • Ich habe Dehnungsstreifen am Körper (also keine „guten Gene“) – nur nicht am Bauch, wo ich meine Zupfmassage angewendet habe
  • Ich habe eine spezielle Zupfmassage entdeckt mit der ich meinen Bauch komplett frei von Dehnungsstreifen halten konnte
  • In diesem Artikel zeige ich dir ganz genau, wie du die Zupfmassage anwendest

 

Tatsächlich, kannst du bis zu einem gewissen Grad mitentscheiden, ob oder zumindest wie intensiv du während deiner Schwangerschaft Dehnungsstreifen bekommst.“
Was hilft gegen Dehnungsstreifen?

Credit: iStock/Pekic

Was mir gegen Schwangerschaftsstreifen geholfen hat

Dehnungsstreifen sind etwas ganz Natürliches und nichts, wofür du oder ich uns schämen müssten. Ganz im Gegenteil: Ich finde sogar, dass Dehnungsstreifen eine Geschichte erzählen und ästhetisch sein können. Bis ich zu dieser Erkenntnis kam, hat es aber sehr lange gedauert. Und so kann ich auch verstehen, wenn nicht jeder zufrieden mit sich ist, wenn die Haut plötzlich Narben zeigt.

Tatsächlich, kannst du bis zu einem gewissen Grad mitentscheiden, ob oder zumindest wie intensiv du während deiner Schwangerschaft Dehnungsstreifen bekommst. Und nein, das hat nichts mit „guten Genen“ zu tun. Lass dir das von einer Frau sagen, der immer wieder „schlechte Gene“ attestiert wurden (dazu später mehr), die am Ende der Schwangerschaft 26 Kilo mehr auf die Waage brachte und jetzt ohne einen einzigen Dehnungsstreifen am Bauch vor dem Laptop sitzt und diesen Text schreibt. Das Zauberwort lautet: Zupfmassage.

 

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Zupfmassage gegen Schwangerschaftsstreifen – so gehts

Die Zupfmassage dauert insgesamt circa 15 Minuten.

  1. Warm-up: Bauch und Hüfte sehr großzügig einölen und mit den Händen leicht massieren. Ich habe das Mama Bee Öl von Burt’s Bees verwendet, aber du kannst jedes Öl dafür nehmen.
    Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit Zupfmassage
  2. Hier passiert die Magie: Die Haut zwischen je zwei Finger beider Hände nehmen und vom Körper wegziehen (so wird die Haut vorgedehnt).
    Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit Zupfmassage
  3. Nicht aufgeben: Zupfe deine Haut so von unten nach oben in Reihen und von links nach rechts, bis du von der einen Hüftseite bei der anderen Hüftseite angelangt bist. Wiederhole das Ganze noch zwei Mal.
    Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit Zupfmassage
  4. Das große Finale: Lege gerne noch mal Öl nach (es muss zu jedem Zeitpunkt schön „rutschig“ sein) und knete jetzt mit deinen gespreizten Fingern die Haut durch (so wird sie noch mal anders gedehnt).
    Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit Zupfmassage
  5. Letzte Details: Konzentriere dich jetzt noch mal nur auf die Stellen, die typischerweise reißen. Das ist meist um den Bauchnabel herum und an den Hüften. Knete diese Stellen noch mal ordentlich durch. Rund um den Bauchnabel herum kannst du dafür auch nur deinen Zeigefinger verwenden.
    Schwangerschaftsstreifen vorbeugen mit Zupfmassage

Expertenmeinung: Das sagen Hautärztinnen dazu

Okay, jetzt mal die Fakten auf den Tisch: Was sagen die Expertinnen dazu? Wir haben zwei Hautärztinnen nach ihren Einschätzungen dazu gefragt, ob eine Zupfmassage wirklich Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft vorbeugen kann. Das sind ihre Antworten:

„In einem gewissen Prozentsatz können Massagen helfen, jedoch die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen nicht verhindern. Wenn der Bauch während der Schwangerschaft nur sukzessive und wenig wachsen würde, dann würde die Haut in den meisten Fällen damit zurechtkommen und sich langsam mitdehnen. Das Problem ist jedoch, dass der Bauch schubweise wächst und durch diese Schübe die Elastizität der Fasern nicht reicht, wodurch die elastischen Fasern reißen. Und dieser Riss ist endgültig. Nichts desto trotz ist es sinnvoll das Gewebe zur Unterstützung zu massieren.Dr. Miriam Rehbein

 

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„Leider kann man die Entstehung der Dehnungsstreifen nicht verhindern. Wenn man seine Haut optimal auf die Beanspruchung „vorbereitet“ kann möglicherweise das Ausmaß der Narbenbildung etwas verringert werden. Das bedeutet, dass die Haut immer wieder leicht gedehnt/ gezupft werden sollte. Eine regelmäßige Massage ist dabei wichtig, damit auch die Unterhaut gut durchblutet wird. Regelmäßige Bewegung und Wechselduschen können ebenfalls durchblutungsfördernd sein. Natürlich ist eine gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr grundsätzlich wichtig für eine gesunde Haut.

Daher glaube ich durchaus, dass deine Technik während der Schwangerschaft optimal war und dich vor starker Narbenbildung verschont hat.– Dr. Merle Schäfer

 

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Wichtige Tipps für den Erfolg der Zupfmassage:

  1. Ich habe meinen Bauch täglich mindestens 15 Minuten lang geknetet. Nimm dir die Zeit. Es ist kein schnelles Einölen, sondern eine Massage! 
  2. Es gibt keine Ausnahmen. Egal wie spät ich nach einem Geburtstag nach Hause kam, ich habe während meiner Schwangerschaft selbst um 3 Uhr morgens noch meinen Bauch gezupft, bevor ich ins Bett ging.
  3. Morgens habe ich meinen Bauch mit einer feuchtigkeitsspendenden Bodylotion eingecremt. Wenn du hiernach noch eine Zupfsession einbaust, umso besser!

Das solltest du außerdem tun

  1. Viel Wasser trinken. Eine hydrierte Haut ist das A und O gegen Schwangerschaftsstreifen! Ich habe in meiner Schwangerschaft täglich 5-6 Liter getrunken. Verrückt oder?!
  2. Dich gesund ernähren. Achte darauf, genügend Vitamine und Mineralstoffe zu dir zu nehmen, damit unter anderem deine Haut mit allem versorgt ist, was sie braucht (solltest du in dieser Zeit ja sowieso tun).
  3. Gerne zwischendurch den Bauch eincremen, wenn er spannt oder juckt.

Das solltest du auf keinen Fall tun

  1. Verwende in dieser Zeit keine „straffenden“ Bodylotions. Wir wollen ja gerade das Gegenteil bewirken und der Haut dabei helfen, sich langsam zu dehnen, anstatt sich zusammenzuziehen.
  2. Egal wie sehr es juckt, du solltest zur Vermeidung von Schwangerschaftsstreifen niemals deinen Bauch kratzen. Verwende zur Linderung des Juckreizes lieber eine kühlende Bodylotion.
  3. Fange nicht zu spät an. Ich habe schon nach der 8. Schwangerschaftswoche damit begonnen, meinen Bauch vorzudehnen. Je früher du mit dem „Training“ anfängst, desto besser.

So sieht mein Bauch nach der Schwangerschaft aus

Schwangerschaftsstreifen vorbeugen eigene Erfahrung

Nach der Schwangerschaft sieht mein Bauch fast wieder wie vorher aus. Er hat sich zurückgebildet und er hat keinen einzigen Dehnungsstreifen. Nur die Linea nigra verrät noch, dass ich vor Kurzem schwanger war (weil ich noch stille).

Ich habe „schlechte Gene“ und Dehnungsstreifen, aber…

Okay, kommen wir zur kritischen Frage: Nein, ich habe nicht einfach „gute Gene“. Ganz im Gegenteil sogar. Mir wurde von älteren Verwandten immer gesagt, ich würde, wenn ich mal schwanger sein sollte, sofort den Bauch voller Schwangerschaftsstreifen haben. Als Teenager habe ich durch einen Wachstumsschub Dehnungsstreifen am Po bekommen und auch während meiner Schwangerschaft kamen an einer anderen Stelle Neue hinzu. 

Leider habe ich nämlich meine Brüste nicht ganz so sorgfältig gezupft wie den Bauch (ist ja auch ein anderes Gewebe und etwas schwieriger) und durch Fettzunahme, Wassereinlagerungen und Milch haben sie schließlich Dehnungsstreifen gebildet. 

Du siehst also, ich tendiere durchaus dazu, Dehnungsstreifen zu bekommen und ausgerechnet am Bauch, der sich so extrem gedehnt hat, wie noch nie ein Körperteil bei mir, ist die Haut dank meiner täglichen Zupfmassage heil geblieben.

So habe ich die Zupfmassage entdeckt

Lustigerweise habe ich die Zupfmassage ganz zufällig am Anfang meiner Schwangerschaft auf Instagram entdeckt. Es war ein ehrlicherweise erst etwas scamy wirkendes, kurzes Video, was „eine in Vergessenheit geratene türkische Technik“ gegen Schwangerschaftsstreifen versprach. Von dort aus sollte man über einen Link zum YouTube Video gelangen. Ich habe mir nicht wirklich was davon versprochen, aber du weißt ja bestimmt selbst, wie verzweifelt man manchmal nach der Antwort auf eine Frage sucht.

Also habe ich mir das YouTube Video angeguckt und es war tatsächlich einfach eine Mutter, die da in ihrem Wohnzimmer voller Spielzeug stand und erklärt hat, wie sie ihren Bauch jeden Tag mit der Zupftechnik massiert und so frei von Schwangerschaftsstreifen blieb. Sie hatte kaum Abonnenten und wollte auch kein Produkt verkaufen. Sie hat einfach ihre Erfahrung geteilt, so wie ich jetzt mit dir. 

Leider kann ich das Video nicht mehr finden, sonst hätte ich es natürlich verlinkt!

FAQ mit der Hautärztin zu Schwangerschaftsstreifen

Was hilft gegen Dehnungsstreifen?

Credit: iStock/Taras Grebinets

Wir haben Dr. Miriam Rehbein (Doctor Mi!) interviewt und ihr eure am häufigsten gestellten Fragen gestellt.

Entfernen: Was tun gegen Schwangerschaftsstreifen?

„Wichtig zu verstehen ist, dass Schwangerschaftsstreifen wie Narben zu sehen sind. Wenn man diese hat, bleiben sie für immer. Man kann lediglich die Optik der Streifen verbessern. Diese Verbesserung kann zum einen durch Needling von hochkonzentrierten Retinolprodukten wie dem RED von DOCTOR MI! medical skincare erreicht werden. Der Needlingvorgang setzt Wachstumsfaktoren frei und das enthaltene TECMi!® Retinol fördert die Kollagenneubildung der Haut. Zum anderen belegen Studien, dass der in BABY BELLY (DOCTOR MI! mama skincare) enthaltene Wirkstoff des indischen Wassernabels TECA bei 89% der Testpersonen Schwangerschaftsstreifen verhindert. Bei bereits bestehenden Dehnungsstreifen zeigt sich nach drei monatiger Anwendung die Reduktion der Länge, Weite und Farbintensität. Darüber hinaus gibt es diverse Lasermethoden wie bspw. CO2 Laser. Diese sollten jedoch nur bei sehr erfahrenen Ärzten durchgeführt werden.“

Wann kann man Schwangerschaftsstreifen lasern?

„Das kann man pauschal nicht beantworten, da dies von der Stärke und Intensität der Dehnungsstreifen abhängt. Deshalb sollte bei Laserbehandlungen stets eine individuelle und professionelle Beratung aufgesucht werden. Ich empfehle direkt nach der Entstehung von Dehnungsstreifen mit Microneedling-Behandlungen und effektiver Wirkstoffkosmetik zu beginnen. Je früher man mit der Therapie anfängt, desto besser.“

Bis wann entstehen Schwangerschaftsstreifen?

„Dies kann man ebenfalls nicht pauschal beantworten, da es individuell von der Beschaffenheit des jeweiligen Gewebes und damit auch von den Genen abhängig ist. Zudem beeinflusst der Dehnungsgrad des Bauches auch, ab welchem Zeitpunkt und wie intensiv Dehnungsstreifen entstehen. Am häufigsten fällt jedoch auf, dass Schwangerschaftsstreifen jenseits der 37. Schwangerschaftswoche auftreten. Leider gibt es auch Menschen, die schon sehr viel früher und sehr ausgeprägt Dehnungsstreifen entwickeln. Auch schon ab dem 4. Monat.

Welches Öl gegen Schwangerschaftsstreifen? 

„Es gibt keine Öle, die wirklich dagegen helfen. Bis dato gibt es nur den Wirkstoff TECA, der wissenschaftlich durch Studien belegt, die Entstehung von Dehnungsstreifen verhindern kann. Dieser Wirkstoff ist wie oben beschrieben beispielsweise in der BABY BELLY von DOCTOR MI! mama skincare enthalten.“

Schwangerschaftsstreifen: Wer bekommt sie und wo?

„Schwangerschaftsstreifen sind Dehnungsstreifen, die jeder bekommen kann: Männer wie Frauen. Bei Männern kommt dies häufig im Rahmen von Body Building vor, da durch das extreme Muskelwachstum das Gewebe zu schnell gedehnt wird. Auch bei rascher Gewichtszunahme durch Ernährung oder durch hormonelle Veränderungen können Dehnungsstreifen entstehen, da das Gewebe zu stark gedehnt wird. Dies gilt ebenfalls für Männer und Frauen gleich.“

Warum entstehen Schwangerschaftsstreifen?

„Grundsätzlich sind Dehnungsstreifen irreparable Risse der elastischen Fasern der Dermis. Zu diesen Rissen kommt es, wenn das Gewebe (ad hoc) zu schnell gedehnt wird. Darüber hinaus gibt es genetische Dispositionen, hormonelle Situationen oder medikamentös induzierte Faktoren, welche die Elastizität dieser Fasern reduzieren. Dadurch kann der Betroffene eher zu Dehnungsstreifen neigen. Das heißt, dass es sowohl genetisch bedingt dazu kommen kann, als auch durch äußere Einflüsse. Rein theoretisch kann demnach jeder Mensch Dehnungsstreifen bekommen.“

Fazit

Wenn du wirklich etwas gegen Schwangerschaftsstreifen tun möchtest, solltest du auf jeden Fall und sehr konsequent (keine Ausnahmen!) die Zupfmassage in der Schwangerschaft anwenden, die auch mir gegen Dehnungsstreifen geholfen hat.

Wie die Hautärztinnen beide schon ganz richtig gesagt haben: Es gibt keine Garantie gegen Dehnungsstreifen, aber bis zu einem gewissen Grad können Massagen helfen. Warum also nicht ausprobieren? Ich bin mir sicher, dass du es nach der Schwangerschaft nicht bereuen wirst, dich jeden Tag massiert zu haben – oder?!

Du hast die Zupfmassage über deine Schwangerschaft hinweg ausprobiert? Wir sind ganz gespannt auf deine Erfahrung! Wenn du sie mit uns teilen möchtest, schreibe uns eine Mail an: office@beauty-report.de.

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