Inhaltsstoffe in Kosmetik erkennen: Alkohol, Mikroplastik, tierische Produkte und Co.

Alkohol in Kosmetikprodukten erkennen

Alkohol, Parfum, Mikroplastik, tierische Inhaltsstoffe. Wer das alles nicht in seiner Kosmetik haben möchte, muss beim Kauf von neuen Produkten oft genauer hinschauen. Aber nicht immer in der Inhaltsstoffliste eindeutig „Alkohol“ oder andere Bezeichnungen, die wir als Leihen schnell erkennen würden.

Deshalb zeigen wir dir in diesem Artikel einmal ganz genau, wie du die unerwünschten Inhaltsstoffe erkennen und somit vermeiden kannst.

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Isabel Kloiber
Isabel Kloiber

hi Ich bin Isabel, Beauty-Journalistin (ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht) und nehme dich hier in meine (Beauty-) Welt mit.

Mich erkennt man am Duft von Black Opium und einem chaotischen Arbeitsplatz voller Kosmetikprodukte!

Mit diesen Listen erkennst du unerwünschte Inhaltsstoffe

Jedem sind bei der Wahl seiner Kosmetikprodukte unterschiedliche Kriterien wichtig. Viele Themen häufen sich jedoch und so wollen viele beispielsweise Alkohol in Gesichtscremes vermeiden, weil dieser austrocknend wirkt oder sie wollen aus Liebe zu den Tieren, keine Kosmetikprodukte mit tierischen Inhaltsstoffen verwenden.

Mit diesen Listen möchten wir dir helfen, mehr Transparenz in deinen Beauty-Einkauf zu bringen, sodass du dich bewusst für oder gegen ein Kosmetikprodukt entscheiden kannst.

Alkohol in Kosmetik erkennen

Alkohol wird häufig in Kosmetikprodukten verwendet, dabei finden viele, die sich mit dem Thema etwas auskennen, dass auf diesen möglichst verzichtet werden sollte. Denn Alkohol wirkt austrocknend! Besonders in der Augenpflege sollte er vermieden werden, da diese Partie besonders anfällig für Trockenheit und somit Falten ist.

Alkohol ist aber nicht gleich Alkohol und so gibt es „die Guten“ und „die Schlechten“. Möchtest du checken, ob der enthaltene Alkohol in deinen Cremes und Co. denn nun eigentlich okay ist oder nicht, haben wir hier einen Überblick für dich:

Guter Alkohol: Cetyl Alcohol, Cetearyl Alcohol, Lauryl Alcohol, Myristyl Alcohol, Palmitoleyl Alcohol, Oleyl Alcohol, Stearyl Alcohol, Arachidyl Alcohol, C 14-22 Alcohols, Lanolin Alcohol.

Schlechter Alkohol: Alcohol, Ethanol, Benzyl Alcohol, Phenethyl Alcohol, Alcohol Denat, Ethyl Alcohol, Methanol, SD Alcohol, Propyl Alcohol, Propanol, Isopropanol, Isopropyl Alcohol.

Letztendlich ist es auch relevant, an welcher Stelle der Alkohol in der Inhaltsstoffliste vorkommt. Es gilt immer: Je weiter vorne ein Inhaltsstoff genannt wird, desto höher ist sein Anteil in dem Produkt und je weiter hinten er in der Liste vorkommt, desto geringer ist sein Anteil.

Parfum in Kosmetik erkennen

Geht es um Parfum in Kosmetikprodukten, ist die Sache schon ein wenig komplizierter als beim Alkohol. Denn es ist so: Grundsätzlich können sowohl natürliche, als auch synthetische Duftstoffe, Allergien oder andere negative Reaktionen auslösen. Wir können ja schließlich auch gegen Äpfel allergisch sein, heißt aber nicht, dass Äpfel grundsätzlich und für jeden ungesund sind.

Wer aber Bedenken, bezüglich Allergien, Hautreizungen oder anderer Reaktionen auf synthetische Duftstoffe hat, sollte ein paar Parfüme auf jeden Fall meiden.

Duftstoffe, die starke Allergene sind*:

  • Evernia prunastri extract (Eichenmoos)
  • Evernia furfuracea extract (Baummoos)
  • Isoeugenol
  • Cinnamal

*Laut Informationsverbund Dermatologischer Kliniken

Auch ein interessanter Artikel: Naturparfums: Diese Bio-Parfums gibt es sogar online >

Mikroplastik in Kosmetik erkennen

Mikroplastik war früher fast überall drin, in Duschgels, in Shampoos und natürlich der Klassiker: im Peeling. Doch inzwischen wissen wir es besser.

Mikroplastik ist extrem schlecht für die Umwelt und auch für uns als einzelnen. Ist Mikroplastik in unseren Kosmetikprodukten enthalten, gerät es mit dem Herunterwaschen des Produkts in den Abfluss und damit in die Meere und ins Trinkwasser.

So lagern nicht nur die Meeresbewohner einiges an Mikroplastik in ihren Körpern ab, sondern auch wir, spätestens dann, wenn wir das Wasser aus der Leitung trinken oder damit kochen. Deshalb ist Mikroplastik in Kosmetikprodukten einfach ein No-Go. Und es gibt auch wirklich gute Alternativen und viele Produkte, die ohne auskommen.

Diese Bezeichnungen können für Plastik verwendet werden:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Dimethiconol
  • Methicone
  • Polyamide (PA, Nylon)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polymethylmetacrylate (PMMA)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethyleneglycol (PEG)
  • Polyethyleneterephtalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polypropyleneglycol (PPG)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)
  • Siloxane

Silikone in Kosmetik erkennen

Obwohl Silikone uns im ersten Moment „besser“ aussehen lassen, legen sie sich wie eine Schicht auf Haut und Haar und so können pflegende Stoffe nicht mehr aufgenommen werden. Silikone sind häufig in Shampoos enthalten. Weil sie wasserunlöslich sind, gibt es bei regelmäßiger Verwendung einen Build-Up-Effekt. Heißt: Bei jeder Haarwäsche legen sich mehr und mehr Silikone um das Haar und beschweren es so.

Auch der Natur können die Silikone schaden, da sie durch das Abwasser in die Gewässer und das Grundwasser gelangen und sich hier anlagern. Die genauen Folgen für die Umwelt sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

Diese Endungen werden Silikone verwendet:

  • -cone
  • -conol
  • -oxane
  • -glycol

Auch ein interessanter Artikel: Shampoo ohne Silikone: Darum solltest du silikonfreie Shampoos verwenden >

Tierische Inhaltsstoffe in Kosmetik erkennen

Wer vegan lebt, verzichtet nicht nur beim Essen auf tierische Inhaltsstoffe, sondern auch bei der Kosmetik. Aber auch hier stehen die Inhaltsstoffe oft nur schwer verständlich auf der Verpackung.

Diese Inhaltsstoffe solltest du als Veganer vermeiden:

  • Bienenwachs, Propolis und Honig (Produkte der Biene)
  • Milchsäure
  • Chitin/Chitosan (Panzer und Schalen von Krebstieren und Insekten)
  • Cholesterol (Tierisches Fett)
  • Cysteine/Cystin (Haar und Horn verschiedener Tiere)
  • Elastin (Nackensehnen von Rindern)
  • Fibrostimulin K (Kalbsblut)
  • Guanin (Fischschuppen)
  • Gelatine (Meistens aus Kochen)
  • Gelée Royale (Drüsensekret der Biene)
  • Ghee (Butterfett)
  • Moschus (Wenn nicht aus Pflanzen gewonnen: Sekret aus den Geschlechtsteilen des Moschustieres)
  • Ambra oder Amber (Klumpen, aus dem Verdauungstrakt eines Pottwals; kann inzwischen jedoch auch synthetisch hergestellt werden)
  • Lanolin  (Talkdrüsensekret vom Schaf)
  • Zibet (Sekret aus den Drüsensäcken der Zibetkatze)
  • Castoreum oder Bibergeil (Sekret aus den Drüsensäcken des Bibers)
  • Hyraceum (Zusammensetzung aus Kot und Urin des Klippschliefers)
  • Glycerin (Rindertalg)
  • Hyaluronsäure (Manchmal vegan, manchmal aus Hahnenkämmen gewonnen)
  • Karmin, Cochenille oder Cl 75470 (Schildläuse)
  • Keratin (Hufe, Hörner und Federn)
  • Kollagen (Eiweißprotein)
  • Lecithine (Manchmal vegan, manchmal aus tierischem Nervengewebe)
  • Schellack (Ausscheidungen der Lackschildlaus)
  • Seide (Wird von Seidenraupen produziert)
  • Stearinsäure (Manchmal vegan, manchmal aus Schweinemagen)
  • Vitamin A (Manchmal vegan, manchmal aus Fischleber, Butter oder Eigelb)
Da viele Inhaltsstoffe inzwischen auch synthetisch hergestellt oder aus Pflanzen gewonnen werden können, ist es besonders schwierig vegane von nicht veganer Kosmetik zu unterscheiden. Dort, wo vegane Alternativen häufig vorkommen, haben wir es in der Liste vermerkt.

Findest du einen dieser Inhaltsstoffe in deiner Kosmetik und bist dir unsicher, wie dieser gewonnen wurde, halte nach veganen Labels wie der  „Vegan Blume“ oder dem „Peta Approved Vegan„-Logo Ausschau.

Veganes Parfum ohne Tierversuche erkennen

Vegane und  tierversuchsfreie Kosmetik, kannst du zum Beispiel an diesen beiden Labels  erkennen

Auch ein interessanter Artikel: Veganes Parfum: Liste der besten Düfte ohne Tierversuche >

Clean Beauty: Macht diese Bezeichnung die Sache ganz einfach?

Oft werden in Kosmetikprodukten Inhaltsstoffe verwendet, die entweder nachgewiesen oder vermutlich gesundheitlich bedenklich oder sogar krebserregend sind. Parabene, Phalaten, Formaldehyd und andere Stoffe gehören nicht in Clean Beauty.

 

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Clean Beauty bedeutet, dass es sich um ein Kosmetikprodukt handelt, welches achtsam hergestellt wurde und auf toxische Inhaltsstoffe verzichtet. Leider ist der Begriff Clean Beauty (noch) etwas dehnbar und so definieren unterschiedliche Seiten und Shops das jeweils etwas anders für sich.

Im Großen und Ganzen, bringt das Label trotzdem was, da hier die Kosmetikprodukte schon vorsortiert und absolut bedenkliche Produkte aussortiert wurden. Und: Wo es „Clean Beauty“ gibt, wird auch ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass es auf der anderen Seite auch nicht cleane Beauty geben muss. So leistet der Begriff einen kleinen Beitrag hin zu mehr Bewusstsein.

Noch ein Tipp: Diese App macht es super easy

Ganz schön viele Listen und Dinge, die wir beachten können? Ja, das kann auch auf uns schon mal etwas überfordernd wirken. Was uns im Alltag schon oft geholfen hat, ist die Codecheck App, die du dir auf dein Smartphone herunterladen kannst.

Dort kannst du dann entweder den Code eines Produkts Einscannen oder per Tastatureingabe danach suchen. Die App verrät dir dann nicht nur, was in dem Produkt ist, sondern bewertet auch, wie bedenklich oder unbedenklich die Inhaltsstoffe sind. Zusätzlich erhält jedes Produkt eine Zusammenfassung in Form eines Kreises, der im Idealfall ganz grün oder eben auch teilweise rot gefärbt ist.

Fazit

Es ist nicht immer leicht, das Richtige für sich selbst, die Umwelt und die Tiere zu tun und letztendlich ist auch jedem etwas anderes wichtig, wenn es um den Kauf von neuen Kosmetikprodukten geht. Aber auch wenn wir nicht 24/7 perfekt sein können, helfen uns diese Listen doch dabei, etwas wacher an die ganze Sache heranzugehen, sodass wir uns bewusst für oder gegen ein Produkt entscheiden können.

Was wir daraus mitnehmen: Haben wir einmal beispielsweise eine tolle Creme gefunden, die alle für uns wichtigen Eigenschaften erfüllt, können wir diese ja immer wieder nachkaufen, ohne jedes Mal von Neuem die Inhaltsstoffliste durchzugehen.

Immer wenn etwas leer ist, können wir das zum Anlass nehmen, uns einem Beauty-Thema nach dem anderen zu widmen. So fühlen wir uns  nicht gleich so erschlagen beim Gedanken, unser ganzes Beauty-Arsenal an einem Tag auf den Kopf stellen zu müssen.

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